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Begriffe der Wägetechnik
    

Wir erklären Ihnen einfach und verständlich die Fachbegriffe, die in der Wägetechnik verwandt werden. Darüber hinaus finden Sie hier auch viele nützliche Erläuterungen zu den Begriffen.

Referenzwaage

Mit Referenzwaagen wird ein Referenzgewicht bestimmt. Meist kommen als Bestandteil eines Zählsystems zum Einsatz. Es handelt sich um hochauflösende Waagen mit geringem Wägebereich. Zur Bestimmung eines Referenzgewichts ist eine sehr hohe Auflösung erforderlich um möglichst präzise Zählfunktionen ausführen zu können.

Mengenwaage

Eine Mengenwaage ist Bestandteil eines Zählsystems, an dem auch eine Referenzwaage angeschlossen ist. Das über die Referenzwaage ermittelte Stückgewicht wird für die Mengenwaage übernommen. Die darzustellende Auflösung ist meist deutlich geringer als die interne Auflösung der Waage. Bei einem Zählsystem haben Sie die optimale Kombination, denn das hochaufgelöste Stückgewicht wird zur Mengenwaage "übertragen".

Vernickelt    

Schwarzvernickeln

Auch dies ist nur ein visueller Aspekt der durch Zugabe von speziellen Zusätzen zu einem anthrazitfarbenem bis schwarzen Überzugs führen. 

Dispersionsvernickeln

Kleine Partikel werden dem Elektrolyten hinzugefügt die für besondere Eigenschaften sorgen. Diamantpulver, Korund, Quarz, Titancarbid sind hierbei nur einige. Wird Teflon oder Molybdändisulfid zugefügt, so ergibt dies einen haltbaren Selbstschmiereffekt.

Mehrfachvernickeln

Hierbei werden zwei oder mehrere Nickelüberzüge kombiniert um deren Eigenschaften zu nutzen.

Dickvernickeln

Mit diesem Verfahren lassen sich verschlissene Bauteile wieder brauchbar machen. Es werden deutlich dickere Nickelüberzüge abgeschieden.

Chemische Vernickelung

Ohne Strom – vereinfacht ausgedrückt – wird das Bauteil in einen Elektrolyten eingelegt und es entsteht eine gleichmäßige Schichtdicke. Ein weiterer Vorteil: Es ist nicht ferromagnetisch und kann gelötet werden.

Bei allen Verfahren steht der Korrosionsschutz im Vordergrund, mal von den dekorativen Aspekten abgesehen. Der Nickelüberzug muss aber dicht geschlossen sein, da es ansonsten zu Lochfraß kommt. Anders als eine Verzinkung kann Nickel keine Funktion als „Opferanode“ annehmen. Daher wird ein Nickelüberzug oft als Mehrschichtsystem mit Kupfer und / oder Chrom eingesetzt.

Verzinkt    

Ebenso wie bei allen anderen Oberflächenbehandlungen soll auch mit der Verzinkung ein wirksamer Korrosionsschutz aufgebaut werden. Unterschieden wird zwischen der Feuerverzinkung und der galvanischen Verzinkung. Wo sind die Unterschiede und wann brauche ich was? Diese Frage klären wir nachfolgend.

Galvanisches Verzinken

Ein Elektrolytbad ist die Grundlage. Das Bauteil wird dort hineingegeben und fungiert als Kathode. Im Bad enthaltenes Zink ist die Anode und mittels Gleichstrom wird so eine Schicht Zink auf das Bauteil aufgetragen. Je länger das Bauteil in dem Bad liegt, desto dicker wird die Zinkschicht. Dadurch wird ein wirksamer, aber nicht besonders dicker Korrosionsschutz aufgebracht.

Feuerverzinken

Das Bauteil nimmt ein entspanntes Bad in flüssigem Zink mit einer Temperatur von ca. 530° C. Es entsteht eine sehr widerstandsfähige Legierung aus Eisen und Zink, die mit einer dicken Zinkschicht abgedichtet wird.

Für den Außenbereich über viele Jahre hinweg mit hoher Beanspruchung, wie z. B. bei Silowaagen und Behälterwaagen, empfehlen wir eine feuerverzinkte Oberfläche.

Edelstahl    

In der Lebensmittelindustrie und in lebensmittelverarbeitenden Unternehmen führt oft kein Weg an Edelstahl vorbei. Auch in vielen Bereichen der Landwirtschaft ist Edelstahl oft unumgänglich. Grundsätzlich wird unter 3 Edelstahltypen unterschieden:

  • Ferritisch
  • Martensitisch
  • Austenitisch

Sie werden aus unterschiedlichen Legierungen hergestellt und weisen andere Eigenschaften auf. Ferritische Edelstähle haben einen geringen Chromanteil. Dadurch rosten diese auch und sind für den Lebensmittelbereich und auch für eine Anwendung im Außenbereich nicht geeignet. Martensitischer Edelstahl hat einen deutlich höheren Chromanteil und ist damit deutlich beständiger gegen Rost. Er wird auch als V2A bezeichnet. V4A Edelstahl ist ein austenitischer Edelstahl und besonders unempfindlich gegen Korrosion. Auch Salzwasser und Säure ist für diesen Edelstahl kein Problem.

Waagen aus Edelstahl haben neben der Korrosionsbeständigkeit noch weitere Vorteile. Sie sind wetterfest, leitfähig und halten sehr lang. Die Temperaturbeständigkeit ist für Waagen ein sehr entscheidender Vorteil gegenüber Stahl. Für die Lebensmittelindustrie und Chemieindustrie ist die Hygiene entscheidend. Auch da punktet der Edelstahl durch die Möglichkeit auch scharfe Reiniger und Desinfektionsmittel einzusetzen, ohne das Material zu schädigen.

Zwei Bezeichnungen für Edelstahl wurden bereits genannt, V2A und V4A. Das sind aber noch nicht alle. Folgende Tabelle stellt die Begrifflichkeiten gegenüber:

Begriff Werkstoffnummer

AISI

Zusammensetzung
V2A 1.4301 304

X5CrNi18/10

V2A

1.4305

303

X8CrNi18-9

V4A

1.4571

316

X6CrNiMoTi17-12-2

V4A 1.4541

X6CrNiTi18-10

Links wischen!

Der Edelstahl, der gemeinhin als V2A bezeichnet wird unterteilt sich in zwei Werkstoffnummern. Die Werkstoffnummer 1.4301 ist säurebeständig und für eine Temperaturbeanspruchung bis 600° C geeignet. Er lässt sich mit allen gängigen elektrischen Schweißverfahren gut bearbeiten, Gasschmelzschweißen sollte aber nicht angewandt werden. Dieser Edelstahl lässt sich gut polieren und besonders gut verformen. Man kann ihn tiefziehen, kanten und rollformen. Bei der Zerspanung muss mit Werkzeugen aus hochlegiertem Schnelldrehstahl oder Hartmetall gearbeitet werden.

Ebenfalls als V2A wird der Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4305 bezeichnet. Er wird mit Schwefel legiert und weist daher eine bessere Zerspanbarkeit auf. So kann er gut auf Automaten verarbeitet werden. Allerdings sinkt durch den Schwefelzusatz die Korrosionsbeständigkeit. Dieser Edelstahl ist nicht für die Kaltumformung geeignet und sollte auch nicht bei Verbindungsschweißungen eingesetzt werden.

Kommen wir zum V4A. Dieser Edelstahl ist mit allen Schweißverfahren gut zu verarbeiten. Eine abschließende Wärmebehandlung ist nicht erforderlich. Dieser Stahl ist polierfähig und wird sehr häufig in der Lebensmittelindustrie und im Salzwasser eingesetzt, wie z. B. beim Schwimmbadbau.

Weder als V2A, noch als V4A bekannt ist die Werkstoffnummer 1.4541. Er ist die Königsklasse unter den Edelstählen. Eine Vielzahl von aggressiven Medien, wie auch Erdölprodukte und Verbrennungsgase können ihm nichts anhaben. Bis zu 900° C, bzw. bis zu 800° C bei Temperaturwechseln verträgt der Werkstoff 1.4541. Er ist mit allen bekannten Schweißverfahren zu bearbeiten. Mit Titan als Carbidbildner legiert ist er kornzerfallbeständig nach EN3651. Dadurch ist unabhängig vom Querschnitt keine thermische Behandlung nach dem Schweißen erforderlich.

Letztlich ist es anwendungsabhängig welches Material mit welcher Oberfläche für Ihre Waage eingesetzt wird. Wir beraten Sie gern.

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